Aal angeln: Erfolgreich auf den Schleicher
Die Faszination des Aals: Eine Herausforderung für jeden Angler
Der Aal, ein Meister der Tarnung und ein unberechenbarer Kämpfer, übt seit jeher eine besondere Anziehungskraft auf Angler aus. Seine schlanke, muskulöse Gestalt, die versteckte Lebensweise und nicht zuletzt sein exzellenter Geschmack machen ihn zu einem der begehrtesten Zielfische in unseren Gewässern. Doch wer einen kapitalen Aal fangen möchte, muss Geduld, Wissen und die richtige Strategie mitbringen. Er ist kein Fisch, der sich leicht überlisten lässt, sondern verlangt dem Angler einiges ab. Genau diese Herausforderung ist es, die das Aal angeln so spannend macht.
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In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt des Aals ein und verraten Ihnen bewährte Tipps und Tricks, um erfolgreich auf diesen nachtaktiven Räuber zu gehen. Von der Wahl des richtigen Gewässers über die optimale Ausrüstung bis hin zu den effektivsten Ködern und Montagen – wir beleuchten alle Facetten, die Sie wissen müssen, um Ihren Traum-Aal an Land zu ziehen.
Wann und Wo: Die besten Zeiten und Gewässer für den Aal
Aale sind primär nachtaktive Jäger. Die besten Chancen, einen Aal zu fangen, haben Sie daher in den Abendstunden, sobald die Sonne untergeht, und bis in die frühen Morgenstunden. Besonders vielversprechend sind warme Sommernächte und die Übergangszeiten im Frühling und Herbst, wenn die Wassertemperaturen angenehm sind und der Aal aktiv auf Nahrungssuche geht. Ein leichter Regen oder eine bedeckte Nacht können die Fangchancen zusätzlich erhöhen, da der Aal dann noch mutiger aus seinen Verstecken kommt.
Hinsichtlich der Gewässer ist der Aal ein wahrer Generalist. Man findet ihn in Flüssen, Seen, Kanälen, Teichen und sogar im Brackwasser von Flussmündungen und Häfen. Entscheidend ist die Struktur des Gewässergrundes. Aale lieben Verstecke: Unterspülte Ufer, Steinpackungen, versunkene Bäume, Krautfelder, Schilfgürtel und Brückenpfeiler sind Hotspots, an denen sie tagsüber Schutz suchen und nachts auf Beute lauern. Achten Sie auf strömungsberuhigte Bereiche in Flüssen oder tiefe Löcher und Kanten in Seen. Dort, wo sich kleine Fische und Bodentiere aufhalten, ist auch der Aal nicht weit.
Die richtige Ausrüstung: Robustheit zahlt sich aus
Beim Aalrute Grundangeln ist eine solide und robuste Ausrüstung das A und O. Der Aal ist ein starker Kämpfer, der sich gerne in Hindernissen festsetzt.
- Ruten: Eine kräftige Grundrute mit einer Länge von 2,70 bis 3,60 Metern und einem Wurfgewicht von 40 bis 100 Gramm ist ideal. Sie sollte genug Rückgrat besitzen, um den Aal aus seinem Versteck zu ziehen, aber gleichzeitig sensibel genug sein, um feine Bisse anzuzeigen.
- Rollen: Eine stabile Angelrolle Freilauf oder eine robuste Stationärrolle der Größe 4000-6000 mit einer zuverlässigen Bremse ist empfehlenswert. Der Freilauf ist besonders praktisch, da der Aal den Köder zunächst widerstandslos nehmen kann, bevor der Anhieb gesetzt wird.
- Schnur: Eine monofile Hauptschnur mit einem Durchmesser von 0,30 bis 0,35 mm oder eine geflochtene Schnur von 0,15 bis 0,20 mm ist eine gute Wahl. Bei geflochtener Schnur ist ein monofiles Schlagschnurvorfach ratsam, um die Abriebfestigkeit zu erhöhen und die Bisse etwas abzufedern.
- Zubehör: Eine starke Kopflampe ist in der Dunkelheit unerlässlich. Eine lange Abhakzange hilft, den Haken sicher zu lösen und die Schleimschicht des Aals zu umgehen. Ein Kescher mit feinem Netz oder eine Abhakmatte sind ebenfalls nützlich, um den Fisch schonend zu behandeln. Ein zuverlässiger Bissanzeiger Aal, sei es eine Aalglocke oder ein elektronisches Modell, signalisiert den oft vorsichtigen Biss.
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Köderwahl: Was den Aal wirklich reizt
Aale sind opportunistische Fresser und reagieren auf eine Vielzahl von Ködern, doch einige sind besonders fängig. Der absolute Klassiker und wohl der beste Köder, um einen Aal zu fangen, ist der Tauwurmbündel Aal. Mehrere Tauwürmer auf einem Haken, die sich verführerisch bewegen und viel Geruch abgeben, sind für den Aal unwiderstehlich.
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Alternativ oder ergänzend eignen sich auch:
- Rotwürmer: Ebenfalls sehr fängig, besonders in kleineren Gewässern oder bei vorsichtigen Aalen.
- Fischfetzen: Stücke von Weißfischen wie Rotaugen, Ukeleien oder Brassen, aber auch fetthaltige Meeresfische wie Makrele oder Hering, sind hervorragende Köder, da sie einen intensiven Geruch verbreiten. Achten Sie darauf, die Fetzen nicht zu groß zu wählen.
- Kleine Köderfische: Lebend oder tot, z.B. kleine Rotfedern oder Grundeln, können ebenfalls sehr erfolgreich sein, besonders auf größere Exemplare.
- Muschelfleisch und Garnelen: In manchen Gewässern, insbesondere in Kanälen oder brackigem Wasser, sind auch diese Köder sehr attraktiv für den Aal.
Wichtig ist, dass der Köder frisch ist und genügend Geruch abgibt, um den Aal auch in der Dunkelheit anzulocken.
Montagen für den Aal: Einfach, aber effektiv
Die Montage für das Aal fangen ist in der Regel einfach gehalten, um Verwicklungen zu vermeiden und eine hohe Fängigkeit zu gewährleisten.
- Grundmontage mit Laufblei: Dies ist die gängigste Methode. Ein Laufblei (20-60g, je nach Strömung) wird auf die Hauptschnur gezogen, gefolgt von einer Gummiperle zum Schutz des Wirbels und einem stabilen Tönnchenwirbel. Daran wird ein Vorfach aus Fluorocarbon oder abriebfestem Monofil (0,25-0,30 mm) von ca. 40-80 cm Länge befestigt. Am Ende des Vorfachs sitzt ein scharfer und stabiler Aal Haken in den Größen 4 bis 1/0, je nach Ködergröße. Achten Sie auf Qualität, denn ein Aal hat ein kräftiges Maul.
- Tiroler Hölzl Montage: Besonders in strömungsreichen Gewässern oder bei schlammigem Grund ist das Tiroler Hölzl eine gute Alternative, da es weniger hängen bleibt und der Köder sauber über dem Grund angeboten wird.
- Seitenarmmontage: Hier wird das Blei am Ende der Hauptschnur befestigt und das Vorfach mit dem Haken an einem Seitenarm, der oberhalb des Bleis abgeht. Dies verhindert, dass der Köder im Schlamm versinkt.
Lassen Sie den Freilauf der Rolle offen oder die Bremse sehr leicht eingestellt, damit der Aal den Köder ohne Widerstand aufnehmen kann. Erst wenn er ein paar Meter Schnur genommen hat, schließen Sie den Freilauf und setzen einen kräftigen Anhieb.
Der Drill und die Landung: Wenn der Aal beißt
Ein Aalbiss kündigt sich oft durch ein sanftes Zupfen oder ein langsames Abziehen der Schnur an. Manchmal ist es auch ein energisches Rucken. Geben Sie dem Aal ein paar Sekunden Zeit, um den Köder richtig zu schlucken, bevor Sie den Anhieb setzen. Der Anhieb sollte kräftig und bestimmt sein, um den Haken sicher im harten Maul des Aals zu platzieren.
Im Drill zeigt der Aal seine ganze Kraft und Wendigkeit. Er versucht, sich in Hindernissen festzusetzen oder sich um die Schnur zu wickeln. Halten Sie die Rute hoch und üben Sie konstanten Druck aus, um ihn von möglichen Verstecken fernzuhalten. Wenn der Aal an Land ist, ist Vorsicht geboten. Seine schleimige Haut macht ihn extrem glitschig, und seine kleinen, aber scharfen Zähne können schmerzhafte Bisse verursachen. Verwenden Sie eine Abhakzange, um den Haken zu lösen. Eine Abhakmatte kann helfen, den Fisch sauber und schonend abzulegen.
Fazit: Die Belohnung der Geduld
Das Aal angeln ist eine Schule der Geduld und der Beobachtung. Doch die Belohnung – ein kräftiger Drill in der Dunkelheit und ein kapitaler Aal am Haken – macht alle Mühen wett. Mit der richtigen Ausrüstung, den passenden Ködern und einem guten Verständnis für die Lebensweise dieses faszinierenden Fisches steht Ihrem Erfolg nichts mehr im Wege. Packen Sie Ihre Sachen und erleben Sie unvergessliche Nächte am Wasser auf der Jagd nach dem geheimnisvollen Schleicher!
Häufig gestellte Fragen
Welche Ausrüstung benötige ich zum Aalangeln?
Zum erfolgreichen Aalangeln ist eine robuste und zuverlässige Ausrüstung entscheidend. Eine kräftige Angelrute mit einer Länge von 2,70 bis 3,60 Metern und einem Wurfgewicht von etwa 50 bis 150 Gramm ist ideal, um auch größere Aale sicher zu drillen und sie aus Hindernissen herauszuhalten. Dazu gehört eine stabile Freilaufrolle der Größe 3000 bis 6000, die genügend Schnurfassung und eine zuverlässige Bremse bietet. Auf die Rolle gehört eine monofile Schnur mit einer Stärke von 0,30 bis 0,40 mm, die auch den scharfen Zähnen des Aals standhält. Für die Bisserkennung, besonders in der Dunkelheit, sind Bissanzeiger wie Aalglocken oder elektronische Modelle unerlässlich. Nicht zu vergessen sind scharfe und stabile Einzelhaken der Größen 1 bis 4, ein robustes Vorfach sowie ein Kescher oder Landehandschuh zum sicheren Landen der glitschigen Fische.
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Welche Köder sind beim Aalangeln am effektivsten?
Aale sind bekannt für ihre Vorliebe für Naturköder, die sie mit ihrem ausgeprägten Geruchssinn schnell aufspüren. Der absolute Klassiker und wohl beliebteste Köder ist der Tauwurm. Sein intensiver Geruch und seine lebhafte Bewegung unter Wasser sind für Aale unwiderstehlich. Auch Rotwürmer oder Mistwürmer können sehr fängig sein, besonders wenn sie in Bündeln angeboten werden. Eine weitere hervorragende Option sind kleine Fischfetzen oder ganze Köderfische wie Gründlinge, Moderlieschen oder kleine Rotaugen. Diese sollten frisch sein und können durch leichtes Anschneiden noch attraktiver gemacht werden, da so mehr Lockstoffe freigesetzt werden. Generell gilt: Je frischer und natürlicher der Köder, desto höher sind die Fangchancen. Experimentieren Sie mit verschiedenen Naturködern, um herauszufinden, was an Ihrem Gewässer am besten funktioniert.
Wann ist die beste Zeit, um auf Aal zu angeln?
Aale sind nachtaktive Räuber, daher sind die Abenddämmerung und die Nachtstunden die vielversprechendsten Zeiten für einen erfolgreichen Ansitz. Sobald die Sonne untergeht und es dunkel wird, verlassen Aale ihre Verstecke und gehen auf Nahrungssuche. Besonders in den warmen Monaten von Mai bis September, wenn die Wassertemperaturen höher sind, ist die Aktivität der Aale am größten. Eine leichte Trübung des Wassers nach einem Regen oder ein leichter Wind, der die Wasseroberfläche kräuselt, kann die Aale zusätzlich zum Fressen anregen. Auch vor oder nach einem Gewitter sind gute Fangzeiten, da die Aale dann oft sehr aktiv sind. Meiden Sie hingegen helle Vollmondnächte, da Aale bei zu viel Licht eher scheu sind. Geduld ist hier der Schlüssel, denn die besten Bisse kommen oft erst spät in der Nacht.
Wo finde ich die besten Angelplätze für Aal?
Aale bevorzugen Gewässerbereiche, die ihnen Schutz und Nahrung bieten. Ideale Angelplätze sind daher oft in der Nähe von Unterwasserstrukturen wie Wurzeln, versunkenen Bäumen, Steinpackungen, Brückenpfeilern oder dichten Schilfgürteln zu finden. Diese Verstecke nutzen sie tagsüber als Unterschlupf und als Ausgangspunkt für ihre nächtliche Jagd. Auch tiefe Rinnen, strömungsarme Buchten und Flussmündungen, wo sich Nahrung ansammelt, sind vielversprechend. In Seen suchen Aale oft den Grund in Ufernähe oder an Abbruchkanten auf. Achten Sie auf Bereiche mit weichem, schlammigem Untergrund, da Aale sich dort gerne eingraben. Eine gute Gewässerkunde und das Beobachten der Umgebung können Ihnen helfen, potenzielle Hotspots zu identifizieren. Ein frühzeitiger Besuch am Gewässer bei Tageslicht, um die Struktur des Bodens und mögliche Verstecke zu erkunden, kann sich vor dem nächtlichen Ansitz lohnen.
Wie erkenne ich einen Aalbiss und wie reagiere ich darauf?
Ein Aalbiss ist oft charakteristisch und erfordert eine schnelle Reaktion. Zuerst äußert er sich meist durch ein leichtes Zupfen oder Zittern an der Rutenspitze oder des Bissanzeigers. Dies kann sich in einem wiederholten, feinen Nicken äußern. Kurz darauf folgt in der Regel ein kräftiger, oft langsamer und stetiger Zug, bei dem die Rutenspitze stark nach unten gezogen wird oder die Aalglocke unaufhörlich schellt. Warten Sie nicht zu lange mit dem Anhieb, da Aale den Köder schnell tief schlucken können. Setzen Sie den Anhieb kräftig und zügig, um den Haken sicher im Maul des Aals zu platzieren. Da Aale sehr kräftig sind und versuchen, sich in Hindernissen zu verwickeln, ist es wichtig, den Fisch sofort vom Grund wegzudrillen und ihn zügig, aber kontrolliert einzuholen. Eine gut eingestellte Rollenbremse ist hierbei von Vorteil.
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Welche Rolle spielt die Angelmontage beim Aalangeln?
Die richtige Angelmontage ist entscheidend, um den Köder effektiv anzubieten und den Aal sicher zu haken. Die gebräuchlichste und effektivste Montage für das Aalangeln ist die Grundmontage. Hierbei wird ein Laufblei verwendet, das der Schnur erlaubt, frei durchzulaufen, sodass der Aal beim Biss keinen Widerstand spürt. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass er den Köder tiefer schluckt. Das Gewicht des Bleis sollte an die Strömung und die Wurfweite angepasst sein, meist zwischen 20 und 60 Gramm. Unterhalb des Bleis wird ein Vorfach aus monofiler oder fluorocarbon Schnur angebracht, das etwa 40 bis 80 cm lang sein sollte. Am Ende des Vorfachs kommt ein stabiler Einzelhaken der Größe 1 bis 4 zum Einsatz. Eine alternative Montage ist die Posenmontage, die in stehenden oder sehr langsam fließenden Gewässern eingesetzt werden kann, um den Köder über dem Grund zu präsentieren. Wichtig ist immer eine robuste Ausführung, da Aale sehr kräftig sind.
Wie verhalte ich mich nach dem Fang eines Aals?
Nach dem erfolgreichen Fang eines Aals ist ein umsichtiger Umgang wichtig, sowohl für den Fisch als auch für den Angler. Aale sind extrem glitschig und windungsreich, was das Hantieren erschwert. Verwenden Sie unbedingt einen Kescher mit feinem Netz oder einen speziellen Landehandschuh, um den Aal sicher zu landen und gleichzeitig Ihre Hände vor den scharfen Zähnen zu schützen. Ist der Aal gelandet, sollte er schnell und waidgerecht behandelt werden. Das bedeutet, den Aal mit einem kräftigen Schlag auf den Kopf zu betäuben und anschließend einen Herzstich durchzuführen, um ihn zu töten. Da Aale oft den Haken tief schlucken, kann ein Hakenlöser oder eine Arterienklemme hilfreich sein. Wenn der Aal verwertet werden soll, sollte er umgehend ausgenommen und gekühlt werden. Beachten Sie immer die lokalen Schonzeiten und Mindestmaße.
Gibt es spezielle Tipps für das Aalangeln bei schwierigen Bedingungen?
Ja, auch unter schwierigen Bedingungen kann man erfolgreich Aale fangen, wenn man einige Tricks beachtet. Bei starkem Wind oder Regen können Aale aktiver sein, da das Wasser trüb wird und die Geruchsspuren der Köder sich besser verteilen. Hier ist es wichtig, die Ausrüstung gut zu sichern und sich selbst vor den Elementen zu schützen. Wenn die Bisse ausbleiben, kann ein häufigerer Köderwechsel oder das Ausprobieren verschiedener Ködergrößen und -arten hilfreich sein. Auch der Wechsel des Angelplatzes um wenige Meter kann manchmal den Unterschied machen. Bei sehr klarem Wasser oder Vollmondnächten, in denen Aale scheuer sind, sollten Sie noch unauffälliger und leiser vorgehen. Eine dezente Beleuchtung des Angelplatzes ist dann ebenfalls ratsam. Manchmal sind es auch die Gerüche, die Aale anlocken: Einige Angler schwören auf spezielle Lockstoffe oder das leichte Quetschen der Köderfische, um zusätzliche Lockreize zu setzen. Und das Wichtigste: Geduld ist eine Anglertugend, besonders beim Aalangeln.
