Das Rotauge: Ein unterschätzter Zielfisch

Das Rotauge, auch Plötze genannt, ist in unseren Gewässern weit verbreitet und gehört zu den häufigsten Friedfischen. Oft wird es von Anglern als Beifang abgetan oder lediglich als Köderfisch genutzt. Doch wer das Rotauge unterschätzt, verpasst eine spannende und überaus zugängliche Angelart. Gerade für Einsteiger bietet das Rotaugen angeln eine hervorragende Möglichkeit, erste Erfolge zu feiern und die Grundlagen des Fischens zu erlernen. Aber auch erfahrene Angler schätzen die Herausforderung, große Rotaugen zu überlisten oder in Wettkampfsituationen konstant Fische zu fangen. Seine Anpassungsfähigkeit und die oft beeindruckende Stückzahl in den Gewässern machen es zu einem idealen Zielfisch für einen entspannten Angeltag.

Die Rotaugen sind nicht nur zahlreich, sondern auch wunderschöne Fische mit ihren charakteristischen roten Augen und den silbrig glänzenden Schuppen. Sie sind anspruchslos in Bezug auf ihren Lebensraum und kommen in fast allen Süßwasserbiotopen vor – von kleinen Bächen über Flüsse bis hin zu großen Seen und Kanälen. Ihre Omnivoren-Natur macht sie auch für eine Vielzahl von Ködern empfänglich, was das Angeln auf sie besonders abwechslungsreich gestaltet. Lassen Sie uns gemeinsam eintauchen in die Welt des Rotaugenangelns und entdecken, wie Sie diese faszinierenden Fische erfolgreich an den Haken bekommen.

Lebensraum und Verhalten der Rotaugen

Rotaugen sind wahre Überlebenskünstler und besiedeln eine enorme Bandbreite an Gewässern. Man findet sie in stehenden Seen, langsam fließenden Flüssen, Kanälen und sogar in einigen Brackwasserbereichen. Sie bevorzugen in der Regel Gewässerabschnitte mit dichter Vegetation, versunkenen Bäumen oder anderen Strukturen, die ihnen Deckung und Nahrung bieten. Hier finden sie Schutz vor Raubfischen und reichlich pflanzliche Nahrung sowie kleine Wirbellose.

Typischerweise sind Rotaugen gesellige Fische und ziehen in größeren Schwärmen umher. Dies ist ein großer Vorteil für Angler, denn wo man ein Rotauge fängt, sind meist noch viele weitere zu erwarten. Ihre Aktivität ist stark von der Wassertemperatur und der Tageszeit abhängig. Im Sommer sind sie oft in den Morgen- und Abendstunden besonders beißfreudig, während sie in den kühleren Monaten auch tagsüber gut zu fangen sind. Bei der Nahrungssuche durchstöbern sie den Gewässerboden nach Insektenlarven, Würmern und pflanzlichem Material. Ihre Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Nahrungsquellen macht sie zu einem dankbaren Fisch für viele Köderarten.

Die passende Ausrüstung für das Rotaugen angeln

Ruten und Rollen für den feinen Biss

Für das gezielte Rotaugen fangen ist eine feine und sensible Ausrüstung entscheidend. Eine leichte bis mittelschwere Angelrute ist ideal, um die oft vorsichtigen Bisse der Rotaugen zu erkennen. Besonders gut eignen sich sensible Matchruten mit einer Länge von 3,60 bis 4,20 Metern oder leichte Feederruten, die eine feine Bissanzeige ermöglichen. Diese Ruten haben oft eine parabolische Aktion, die auch größere Rotaugen sicher drillt und den Verlust des Fisches minimiert.

Dazu passt eine kleine bis mittelgroße Stationärrolle mit einer feinen und präzisen Bremse. Eine Feederrolle Frontbremse oder eine Rolle der Größe 1000 bis 2500 ist hier eine gute Wahl. Wichtig ist, dass die Rolle leichtgängig ist und eine gute Schnurverlegung besitzt, um auch feine Schnüre optimal zu handhaben. Ein leichtes Gesamtgewicht der Kombination aus Rute und Rolle beugt Ermüdung vor, besonders bei längeren Angelsessions.

Schnur und Haken: Die feine Linie zum Erfolg

Die Wahl der richtigen Schnur ist beim Rotaugenangeln von großer Bedeutung. Eine dünne monofile Hauptschnur mit einem Durchmesser von 0,12 mm bis 0,18 mm ist meist ausreichend. Sie bietet genügend Tragkraft und ist gleichzeitig unauffällig im Wasser. Als Vorfachmaterial empfiehlt sich ebenfalls eine dünne monofile Schnur, die noch unauffälliger ist und die Bissfrequenz erhöht. Fluorocarbon-Vorfächer sind eine exzellente Wahl, da sie im Wasser nahezu unsichtbar sind.

Die Hakengröße sollte den Ködern und der Größe der erwarteten Rotaugen angepasst werden. Kleine, scharfe Haken in den Größen 12 bis 18 sind ideal. Achten Sie auf Modelle mit einem feinen Draht, die den Köder nicht beschädigen und leicht ins Maul des Fisches eindringen. Ein zu großer Haken kann die Rotaugen abschrecken, während ein zu kleiner Haken den Fisch unnötig tief schlucken lassen könnte.

Erfolgreiche Köder für Rotaugen

Rotaugen sind nicht wählerisch, aber bestimmte Köder sind besonders fängig. Der Klassiker schlechthin sind Maden Angelköder und Pinkies. Sie sind lebhaft, riechen intensiv und werden von Rotaugen kaum verschmäht. Auch kleine Würmer wie Mistwürmer oder Tauwurm-Teile sind sehr attraktiv. Eine Kombination aus Maden und einem einzelnen Maiskorn auf dem Haken kann oft Wunder wirken und selektiert größere Fische.

Pflanzliche Köder wie Mais, kleine Brotflocken oder Teigkügelchen sind ebenfalls sehr effektiv, besonders in Gewässern, wo die Fische an solche Nahrung gewöhnt sind. Für selbstgemachten Teig eignen sich Mehl, Wasser und eventuell etwas Aroma wie Vanille oder Anis. Experimentieren Sie mit verschiedenen Ködern und Farbkombinationen, um herauszufinden, was an Ihrem Gewässer am besten funktioniert. Oft sind es die kleinen Details, die den Unterschied machen.

Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg ist das Anfüttern. Ein gut abgestimmtes Futter lockt die Rotaugen an und hält sie am Angelplatz. Fertiges Friedfischfutter, angereichert mit Maden, Mais oder Hanf, ist hier eine gute Basis. Achten Sie auf eine feine Struktur des Futters, das eine attraktive Wolke im Wasser bildet und die Fische nicht zu schnell sättigt. Beginnen Sie mit einer moderaten Menge und füttern Sie dann regelmäßig kleine Mengen nach.

Die besten Angeltechniken für Rotaugen

Posenangeln: Klassisch und visuell

Das Posenangeln ist eine der beliebtesten und effektivsten Methoden, um Rotaugen zu fangen. Es ist eine sehr visuelle Angelart, bei der der Biss durch das Zucken oder Untertauchen der Pose angezeigt wird. Eine sensible Posenmontage Set mit einer feinen Pose, die optimal austariert ist, ist hier entscheidend. Die Pose sollte nur so viel Tragkraft haben, wie nötig ist, um den Köder auf Tiefe zu halten und die Bleibeschwerung zu tragen. So wird jeder noch so vorsichtige Zupfer sofort sichtbar.

Beim Posenangeln können Sie sowohl an der Oberfläche als auch in verschiedenen Wassertiefen fischen. Beginnen Sie oft am Gewässerboden und arbeiten Sie sich langsam nach oben, bis Sie die Tiefe finden, in der die Rotaugen aktiv sind. Besonders in stehenden oder langsam fließenden Gewässern ist diese Methode unschlagbar. Durch das regelmäßige Anfüttern in kleinen Mengen halten Sie die Schwärme am Platz und können eine hohe Fangfrequenz erreichen. Achten Sie auf eine ruhige Präsentation des Köders, um die scheuen Rotaugen nicht zu verschrecken.

Feederangeln: Präzise und effektiv

Das Feederangeln ist eine moderne und äußerst effektive Methode, um Rotaugen zu fangen, besonders wenn sie sich in größerer Entfernung oder in tieferen Gewässerschichten aufhalten. Hierbei wird ein spezieller Futterkorb Feederangeln verwendet, der gleichzeitig als Wurfgewicht und Futterspender dient. Der Korb wird mit feinem Futter und oft auch mit Maden oder Pinkies befüllt. Beim Aufschlag auf dem Wasser oder am Gewässerboden löst sich das Futter und bildet eine attraktive Wolke, die die Rotaugen anlockt.

Die Bissanzeige erfolgt über die sensible Rutenspitze der Feederrute, die schon auf kleinste Zupfer reagiert. Diese Technik ermöglicht es, den Köder immer exakt am Futterplatz zu präsentieren, was die Fangaussichten erheblich verbessert. Das Feederangeln ist besonders effektiv in Flüssen mit Strömung oder bei windigem Wetter, wenn das Posenangeln schwierig wird. Achten Sie darauf, den Futterkorb immer an derselben Stelle auszuwerfen, um einen konzentrierten Futterplatz aufzubauen.

Tipps für mehr Fangerfolg beim Rotaugen angeln

Um Ihre Chancen beim Rotaugen angeln zu maximieren, gibt es einige bewährte Tricks. Erstens: Tarnung ist alles. Rotaugen sind oft sehr scheu, daher sollten Sie sich ruhig verhalten und unauffällige Kleidung tragen. Vermeiden Sie schnelle Bewegungen am Ufer und treten Sie nicht zu nah an die Wasserkante heran.

Zweitens: Das Anfüttern ist der Schlüssel. Ein kontinuierlicher, aber sparsamer Futterstrom hält die Fische am Platz, ohne sie zu übersättigen. Beginnen Sie mit einer Startfütterung und werfen Sie dann alle paar Minuten kleine Mengen nach. Achten Sie auf die Konsistenz des Futters – es sollte sich im Wasser gut auflösen, aber auch den Wurf überstehen.

Drittens: Variieren Sie die Tiefe. Rotaugen können sich in allen Wasserschichten aufhalten. Wenn die Bisse ausbleiben, ändern Sie die Tiefe Ihrer Montage schrittweise. Manchmal sind die Fische nur wenige Zentimeter über oder unter der eigentlichen Angeltiefe zu finden.

Viertens: Beobachten Sie das Wasser. Oft verraten sich Rotaugen durch kleine Bläschen auf der Oberfläche oder leichte Wellenbewegungen, wenn sie am Boden nach Nahrung suchen. Das gibt Ihnen Hinweise auf ihren Aufenthaltsort.

Fünftens: Seien Sie geduldig und beharrlich. Manchmal braucht es einfach Zeit, bis die Fische den Angelplatz finden und Vertrauen fassen. Bleiben Sie konzentriert und passen Sie Ihre Strategie bei Bedarf an.

Fazit: Das Rotauge – ein Fisch für alle Fälle

Das Rotauge ist weit mehr als nur ein unscheinbarer Beifang. Es ist ein faszinierender Zielfisch, der sowohl Anfängern als auch erfahrenen Anglern spannende und erfolgreiche Stunden am Wasser bescheren kann. Mit der richtigen Ausrüstung, den passenden Ködern und der Anwendung bewährter Angeltechniken lässt sich das Rotaugen angeln zu einem echten Vergnügen gestalten. Seine weite Verbreitung und die hohe Stückzahl in unseren Gewässern machen es zu einem zugänglichen und zuverlässigen Fangpartner.

Egal, ob Sie die Ruhe des Posenangelns genießen oder die Präzision des Feederangelns bevorzugen – das Rotauge wird Sie mit seinen feinen Bissen und seinem Kampfgeist überraschen. Nehmen Sie sich die Zeit, diesen unterschätzten Allrounder kennenzulernen, und Sie werden feststellen, dass ein Angeltag auf Rotaugen alles andere als langweilig ist. Petri Heil!